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Albert Howard Fish wurde 1870 geboren. Er verlor
seinen Vater als er 5 Jahre alt war. Seine Mutter begann daraufhin zu
arbeiten, um die 12 Kinder der Familie zu ernähren. Albert wurde in das
Waisenhaus St. Johns Refuge gesteckt, wo er sich
sehr schnell zu einem schwierigen und nervösen Kind entwickelte.
Im Waisenhaus wurde Fish von der Leiterin oft
bestraft und bekam Schläge auf seinen nackten Hintern. Fish
empfand daran ein so großes Vergnügen, dass er sich darum riss, so oft wie
nur möglich bestraft zu werden. Die übrigen Waisenkinder machten sich über Fish lustig, weil die Prügel bei ihm eine Erektion
verursachten.
Einmal tränkte er den Schwanz eines Pferdes mit Benzin und zündete ihn an.
Dieser Vorfall prägte sich dem Knaben tief ein, und als er das Waisenhaus
verließ, war sein Weg in den Sadomasochismus vorgezeichnet.
"Ich hatte immer große Lust, anderen
Schmerzen zuzufügen und mich von anderen quälen zu lassen. Mein ganzes
Leben lang habe ich alles gemocht, was weh tut"
Die spektakulärste seiner Aktionen bestand darin, Segelnadeln in
verschiedene Körperteile hineinzustecken, besonders in die Gegend des
Beckens und der Geschlechtsorgane. Nach seiner Verhaftung am 28.12.1934
brachte eine Röntgenuntersuchung 27 Nadeln zum Vorschein.
Wie ein Psychiater später ermittelte hatten sieben Mitglieder der Familie Fish psychische Krankheiten. 2 seiner Onkel starben in
psychiatrischen Anstalten. Seine Mutter hörte Stimmen auf der Straße und
hatte visuelle Halluzinationen. Einer seiner jüngeren Brüder galt als
geistesschwach und starb an einem Wasserkopf. Ein anderer Bruder war
Alkoholiker, eine seiner Schwestern dämmerte im Wahnsinn.
Durch die Erzählungen seines Bruders wurde Fishs
Interesse am Kannibalismus geweckt. Daraufhin begann er Informationen zu
diesem Thema zu sammeln. In dieser Sammlung befanden sich unter anderem
Presseausschnitte über Fritz Haarmann.
Das später erstellte psychiatrische Gutachten zählte folgende sexuellen Aktivitäten
auf: Sadismus, Masochismus, aktive und passive Flagellation,
Selbstkastrierung und Kastrierung anderer, Exhibitionismus, Voyeurismus,
Nadelstechen, Pädophilie, Homosexualität, Koprophagie,
Urintrinken, Fetischismus, Kannibalismus und Hyperhedonie.
1882 lernte Fish einen jungen Mann kennen. Sie
gingen eine homosexuelle Beziehung ein. Sein Geliebter führte ihn in
abartige Praktiken ein, ließ ihn seinen Urin trinken oder seine Exkremente
essen. 1898 heiratete Fish eine junge Frau von 19
Jahren, die ihm sechs Kinder gebar und ihn nach 20 Ehejahren verließ. Er
machte sich aber nicht die Mühe sich scheiden zu lassen und heiratete noch
weitere dreimal.
Seinen ersten Mord beging Fish 1910 in Wilmington, wo er einen Homosexuellen tötete.
1922 wurde Albert Fish im Alter von 52 Jahren von
religiösen Halluzinationen heimgesucht. Manchmal heulte er auf
Spaziergängen "Ich bin der Heiland".
Albert Fish wurde zwischen 1902 und 1923 achtmal
von der Polizei verhaftet. Das erste mal wegen
eines Betrugsversuches. Ein anderes mal,
weil er in die Kasse eines Ladens gegriffen hatte, in dem er arbeitete. Für
ungedeckte Schecks wurde er auf Bewährung verurteilt. Seine rasende
Leidenschaft für obszöne Briefe brachte ihm eine Verurteilung zu neunzig
Tagen Gefängnis ein. Er kommt auch dreimal in psychiatrische Anstalten; zum
letzten Mal 1930. Er wurde jedoch wieder freigelassen. Die Diagnose
lautete: Er ist weder verrückt noch gefährlich; er hat eine psychopathische
Persönlichkeit sexuellen Charakters.
Überführt wurde er wegen des Mordes an der 10jährigen Grace Budd, die er 1928 entführte und tötete.
Die Fahndung dauerte sechs Jahre und wurde ausgelöst durch einen Brief, den
er 1934 an ihre Mutter schrieb. In diesem Brief erklärt er seine Vorliebe
für Menschenfleisch und beschreibt das Töten und Verzehren der Tochter.
Die Gesamtanzahl seiner Opfer ist unklar. Die Schätzungen liegen zwischen
sechzehn und mehreren Hundert. Der größte Teil der Opfer stammte aus den
untersten Schichten der Bevölkerung. Er lockte vorwiegend schwarze Kinder
in Kellerräume, in denen er Malerarbeiten durchführte. Die Kinder wurden
gefesselt, vergewaltigt und geschlagen. Er quälte sie oft tagelang bevor er
sie tötete, ihre Leichen zerstückelte und das Fleisch verzehrte. Er reiste
von New York bis Montana durch dreiundzwanzig verschiedene Staaten. Allein
in New York hatte er mindestens fünf Morde begangen.
Am 11.3.1935 begann der Prozess gegen den 65jährigen Albert Fish in Westchester. Er wurde am 22.3 trotz der
offenkundigen Beweise seines Wahnsinns zum Tode verurteilt.
Seine Reaktion entspricht seiner Persönlichkeit: "Welche Freude wird
es für mich sein, auf dem elektrischen Stuhl zu sterben. Der allergrößte
Schauer wird mich überkommen. Der einzige, den ich noch nicht ausgekostet
habe. Aber es ist kein gutes Urteil. Sie wissen, dass ich geistig nicht
gesund bin. Und was werden meine armen Kinder tun, wenn ich sie nicht mehr
führen kann?".
Am 16.1.1936 kam Albert Fish auf den elektrischen
Stuhl. Der erste Stromschlag reichte jedoch nicht aus: Die 27 Metallnadeln,
die er in seinem Körper hatte, sollen einen kleinen Kurzschluss verursacht
haben. Erst die zweite Ladung beförderte Fish
dann in die andere Welt.
Er nahm ein Geheimnis mit sich: Wie viele Opfer hatte er wirklich
umgebracht?
überarbeitet, André Langbein
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